Mit etlichen Böllerschüssen von zeitig in der Früh bis nach dem Festgottesdienst am Abend machte Sinn Gottfried auf die Feierlichkeit des Tages aufmerksam: Anlässlich des 200-Jahre-Jubiläums des Gwabler Wallfahrtskirchleins hatten die Hos´nkrax´n zum Kirchtag geladen! An diesem Abend hätte ein unbeteiligter Zuschauer Folgendes gelernt: Wer ein frommer Pilger ist, weiß auch um die Bedeutung der Geselligkeit Bescheid!
Es gab aber keine unbeteiligten Zuschauer bei diesem Fest! Alle, die gekommen waren, feierten mit. Zuerst in der Kirche, und schon beim Einzug der Ministranten und der Hohen Geistlichkeit - Pfarrer Wieslaw Wesoloski, Dekan Bernhard Kranebitter und Pfarrer Josef Huber- ertönte das Marienlied „Blicke nieder auf dein Volk“ im harmonischen Zusammenklang der Stimmen der Plöck Mander und mit denen der zahlreichen Kirchgänger. Josef Holzer begrüßte die Ehren- und Festgäste und umriss in einer kurzen Zusammenfassung die Entwicklung und Geschichte des Gwabler Kirchls von seinen Anfängen als Bildstöckl über den Zustand als Kapelle bis zur heutigen Bedeutung als Wallfahrtskirchl, jetzt schon seit 200 Jahren. Pfarrer Wesolowski sprach in seiner Predigt über die Bedeutung Mariens als Urbild der Kirche und Vorbild in vielfacher Hinsicht. Bürgermeister Karl Poppeller erinnerte an die erstaunliche Leistung der Nachbarschaft der Gwabler Bauern von einst, mit den damaligen Mitteln so ein schönes, kulturelles Kleinod zu schaffen, es zu erhalten, mehrfach zu renovieren, restaurieren, mit einem Kreuzweg zu erweitern und es so gut instand zu halten. Er dankte den heutigen Nachbarn Oblasser/Frotschnig, Tabernig/Förstner und Holzer/Außerstoaner, die durch selbstlosen Einsatz bei der Betreuung des Kirchls und als Messner große Verdienste erworben haben. Auf die möglichen Ursprünge des Kirchls könnte die Sage „Die Opferhenne“ hinweisen und Sarah Jester trug diese Geschichte tadellos vor. Dekan Bernhard Kranebitter wies auf die Bedeutung des vielsagenden Medaillons hoch über dem Altar hin: Maria Heimsuchung. Hilfreich , freundschaftlich und vertrauensvoll reichen die beiden abgebildeten Frauen Elisabeth und Maria einander die Hände. Dekan Kranebitter wünschte das auch der versammelten Schar und ermunterte sie dazu: einander beizustehen, zusammenzuhelfen und einander freundschaftlich zu begegnen. Zuletzt erinnerte Pfarrer Wesolowski daran, dass es heute an uns liegt , die Geschichte des Gwabler Wallfahrtskirchleins und seine Bedeutung für die Zukunft zu prägen.
Im Namen der Veranstalter lud er in Anschluss an den Festgottesdienst alle zum Weiterfeiern beim Untermoar ein – und hier fand man schon praktisch vor, worüber theoretisch gesprochen wurde: In Zusammenarbeit mit vielen freiwilligen Helfern war unter der Organisation von Marco Oblasser und seinem Team alles hergerichtet worden. Die Rotspitzler heizten von Anfang an musikalisch ein und den Rest, in fröhlicher bis ausgelassener Stimmung Kirchtag zu feiern, besorgten die Festgäste selber. Viele Freunde aus den Nachbarortschaften kamen auch noch zu späterer Stunde und die heftigen Regengüsse mit der einhergehenden Abkühlung sorgten für ein noch näheres Zusammenrücken.
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