Singen in Alkus

Aufschlussreich sind die Singnachmittage in Alkus allemal und schon so manches Verborgene ist zum Vorschein gekommen. Wer aber hat je davon gehört, dass der weitum bekannte, ehemalige Schoberhüttenwirt in drei Sprachen fließend singen kann?

„Die Brombeerzeit bringt stille Freid“ versprechen die Worte eines jener drei Lieder, die Brigitte Pedarnig aus Oberlienz ausgesucht und über den Dabergraben her mitgebracht hat. Mit instrumentaler und vokaler Routine hat sie mit gekonnter Unterstützung ihrer KollegInnen den erwartungsvollen SängerInnen im Berggasthaus Alkus die neuen Melodien ziemlich schnell beigebracht! „Der Schneewind übern Kogl wird schon rogl“, wurde gewarnt und „Vom Lindnbam hat´s des letzte Blattl obagwahnt“ hat es geheißen. Nur „Fahrn ma hoam!“ wurde viel zu früh angestimmt, denn dazu hatte niemand wirklich Lust, bevor nicht Pfarrer Wieslaw Wesolowski seine Lieder ausgepackt hatte. 

Schluss war da vorläufig mit heiter-besinnlicher Einstimmung auf die kommende Jahreszeit! Mit „Szla dzieweczka do laseczka“ hat er - !- Schwung und  Ausgelassenheit in die Runde gebracht. Zum einen musste eine heillose Sprachverwirrung bewältigt werden und zum anderen forderte die Konzentration auf Aussprache, Inhalt und Melodie, auf alles gleichzeitig bei teilweise höllischem Tempo, den Teilnehmern ziemlich viel ab! „Mein geliebter Jägersmann, ich bin dir sehr zugetan“  bedeuten frei übersetzt zwei Textzeilen. Und vielleicht einte dieses Geständnis, in Polen wie in Österreich vorkommend, das internationale Teilnehmerfeld bei seinem sich aufsplittenden, individuellen Kampf durch das Lied. Zumindest beim letzten Ton kamen alle an! (Abgesehen vom Pfarrer und seinem Kollegen hatte nur einer gar kein Problem – siehe Einleitung!)

Die Jause, von jenseits des Mullitz- und jenseits des Daberbaches mitgebracht,  tat sowohl dem Wohlbefinden als auch der Kondition gute Dienste, und so gestärkt fiel die nächste Runde wieder leicht. Wiederholt, geübt und gefeilt wurde,  ausprobiert und natürlich gesungen, gesungen, gesungen: Kärntnerisches, vom Pinzger Bluat, von polnischer Liebelei, tirolerischen Almen und Jägerlatein! 

Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmer wurden nach Möglichkeit erfüllt und wohl viele konnten aufrichtig folgendem Text zustimmen: „Um jedes Stündle war mia load, wenn i oans hintagebn tat.“
Aus welchem Grund auch immer!

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