Stadler - Dietz - Grabungen Alkus

Zum Teil aufschlussreich waren die archäologischen Tätigkeiten in unserer Gemeinde. Für das heurige Jahr wurden sie bereits abgeschlossen. Eine Fortsetzung der Forschungen rund um die Besiedlungsgeschichte von Ainet ist vorgesehen und soll auf ein mehrjähriges Projekt ausgeweitet werden.

Die mit Spannung erwarteten Grabungen mit den Teams von und mit Dr. Harald Stadler wurden wie geplant durchgeführt und waren insoferne erfolgreich, als man auch im Ausschlussverfahren Erkenntnisse gewinnen kann. Abgesehen davon ist die Auswertung einiger Ergebnisse erst im Gange.
 
Am sogenannten Franzosenfriedhof wurden zwar menschliche Knochenreste gefunden, aber auch Keramikbruchstücke und eine Spinnwirtel aus der Römerzeit, nicht jedoch die erhofften Skelette aus der Zeit der Franzosenkriege um 1809. In diesem Fall wird um die besondere Aufmerksamkeit, Unterstützung und eventuelle Hinweise der Bevölkerung gebeten. 

Beim alten Schulhaus in Alkus wurde in Zusammenarbeit mit der anthropologischen Staatssammlung München nach dem zweiten Skelett gesucht, das in den Aufzeichnungen anlässlich der Entdeckung in den Fünfzigerjahren dokumentiert und noch nicht gehoben worden ist. Stadler misst diesem Gräberfund immerhin eine bedeutende Rolle für die Besiedlungsgeschichte von Alkus zu und hofft, dass sich noch einmal eine Gelegenheit ergibt, der Sache auf den Grund zu gehen, um die Bestattungen des 9./10. n. Chr. in einen größeren Zusammenhang stellen und allgemein weitere Erkenntnisse gewinnen zu können. 

Die Grabung beim Pitsched Boden Felsen  konnte aus mehreren Gründen nicht in dem geplanten Umfang durchgeführt werden. Diese wäre aber wegen der schlechten Wetterverhältnisse zum  festgesetzten Zeitpunkt ohnehin hinfällig gewesen.  Trotzdem haben sich wetterfeste Archäologiestudenten, unter ihnen Conny Klocker, Debant, die mit der Aufgabe der Organisation betraut war, ein paar Tage bei einer ausführlichen Prospektion dem Gelände Pitsched Boden/Alkuser See gewidmet. Einige weitere Holzkohlefunde wurden geborgen, das Alter wird mit der Methode der  C14 -Datierung festgestellt werden.

Insgesamt darf man das Programm rund um die Erforschung der Vergangenheit unserer Gemeinde als durchaus erfolgreich bezeichnen. Die Untersuchung und Vorstellung der Steintafel vom Alkuser See vom Experten Karlheinz Dietz, Universität Würzburg,  war hochinteressant und hat nicht nur wilde Spekulationen und Schlagzeilen in der Presse ausgelöst. Die Wissenschaft beschäftigt sich weiterhin mit diesem rätselhaften Fund und die entsprechende Publikation soll bis Ende des Jahres fertig gestellt sein. Und schlussendlich sei noch die sensationelle römische Münze aus dem 2. n. Chr. erwähnt (Bestimmung Peter . Haider, Innsbruck), die bei Wasserleitungsgrabungen 1955 im Oberdörfl gefunden wurde und von deren Existenz im Zuge der erwähnten Tätigkeiten zu erfahren war. Sie stellt ein wichtiges Mosaiksteinchen im Bemühen dar, ein Bild aus der Vergangenheit entstehen zu lassen, das Aufschluss über längst vergangene Zeiten in unserer unmittelbaren Heimat geben könnte. 

Ein Dankeschön an alle, die dabei in irgendeiner Form mitarbeiten, das Anliegen unterstützen oder mit Interesse begleiten.  Dass der Archäologe Dr. Harald Stadler sich unserer Sache widmet ist ein Glücksfall und dafür sei ihm an dieser Stelle sehr herzlich gedankt. 

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