Station 5

Trauernder Engel

Der „Trauernde Engel“ am Kirchplatz


Der „Trauernde Engel“, den Jakob Gliber als Grabdenkmal für das Familiengrab Gliber/Kircher geschaffen hatte, galt als verschollen. Angeblich war er, wie 2 andere Grabdenkmäler von Gliber, beim Abbruch der alten nordwestlichen Friedhofsmauer mit den Arkaden zerstört worden.

Im  Zuge der Nachforschungen für die Gedächtnisausstellung 2018 „Jakob Gliber – Bildhauer und Nationalsänger – Stationen eines langen Künstlerlebens“ – eigentlich hätte sie schon 2017 zum 100sten Todestag des Künstlers stattfinden sollen, wurde aber, als immer mehr vom Nachlass zu Tage kam, um ein Jahr verschoben – wurde sie am Dachboden des Kircherhofes aufgefunden. Herr Peter Unterweger hatte sie, wie die anderen am Dachboden schutzlos gelagerten Modelle, meist aus Gips, gewissermaßen „notverpackt“. 

Zustand bei Auffindung:

Trauernder Engel

Trauernder Engel

Nach der ersten Reinigung:

Rechts  die Fehlstelle, verursacht wohl durch das überhastete Entfernen des Reliefs aus der Arkade des Familiengrabes Kircher  kurz vor dem Abbruch der Arkadenmauer. 

 

 

Der „Trauernde Engel“ wurde von Bildhauer Lukas Fuetsch, Enkel von Prof. Gottfried Fuetsch, in Virgen restauriert.

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Detail

Hier sieht man, mit welcher Kunstfertigkeit der junge Bildhauer Fuetsch die florale, an den Jugendstil gemahnende Umrahmung kopiert hat. 

 

Die beiden anderen Grabdenkmäler von Gliber, für die Familien Mair/Schmied und Schneeberger/Satttler, wurden beim Abbruch der Arkadenmauer bei der Erweiterung des Friedhofes  wohl zerstört.

Ludwig Jester

Auf dieser Aufnahme von der Primiz voin Dr. Ludwig Jester aus dem Jahre 1958  sieht man im Hintergrund das von Jakob Gliber geschaffene  Grabdenkmal für das Familiengrab Mair/Schmied, darstellend die Hl. Sofie, die gemeinsam mit ihren drei Töchtern den Märtyrertod gestorben ist. https://orthpedia.de/index.php/Sophia_und_ihre_drei_T%C3%B6chter,_M%C3%A4rtyrerinnen_in_Rom

 

Sophie Gliber (1854-1896) eine Nichte des Künstlers, hatte 1878 den Schmiedemeister Florian Mair vlg. Schmied geheiratet. Nach ihrem frühen Tod führte ihre Schwester Theresia den Haushalt beim Schmied. Im Sterbebuch wird sie als „ledige Inwohnerin“ beim Schmied bezeichnet.

Gliber schreibt in seinen Lebenserinnerungen (S. 40): 

 „Dann habe ich für den Mayer Schmid in Ainet ein/Grabdenkmahl in Terrakotte für seine Frau gemacht/die h. Sofie mit ihre Töchter die mitsamen gemartert/worden sind.“

 

 

 

Festtagstracht

Die beiden Frauen in der typischen Festtagstracht – Mair Josefine, vlg. Genischger und Klara – stehen hier in dieser Aufnahme von 1962 vor dem Familiengrab Schneeberger/Sattler, das ebenfalls Jakob Gliber geschaffen hatte. Es wurde wohl auch beim Abbruch der alten Friedhofsmauer mit den Arkaden zerstört.